Unternehmensberatung in Erfurt. Oder: wie wir Beratung im Mittelstand verstehen
Der Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft. Klein- und mittelständische Unternehmen Deutschlands sind derzeit etwa für 41 % der Bruttowertschöpfung verantwortlich. Im Bau- und Gastgewerbe erwirtschafteten sie 2023 sogar über 70 % des Umsatzes (destatis.net). Bundesweit sind laut dem Statistischen Bundesamt (destatis.net) dabei 99,3 % aller Unternehmen KMUs – ein Anteil der auch bei den mehr als 88.000 Betrieben der Erfurter Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammer kaum geringer sein sollte.
Wie steht es um den Geschäftsklimaindex?
Ein Anhaltspunkt für die Stabilität dieses Rückgrats ist der ifo Geschäftsklimaindex. Nachdem dieser zum Jahresende 2025 leicht sank, ist im Februar 2026 eine Erhohlung zu spüren. Angaben des Instituts zufolge stieg der Index im zweiten Monat des Jahres auf 88,6 Punkte an (87,6 Punkte im Januar), die Wirtschaft sieht der eigenen Zukunft also etwas optimistischer entgegen (ifo Institut). Doch auch wenn diese Entwicklung in eine positive Richtugn zeigt, ergeben unsere Marktbeobachtungen im Kontext der aktuellen Weltlage weiterhin eine deutliche Skepsis von Unternehmer:innen gegenüber einer Stabilisierung der Märkte. Die Schuld daran, dass Unternehmer:innen hierbei ihre Chancen im Wettbewerb kritischer betrachten, wird dabei ebenfalls oft am Einfluss politischer Rahmenbedingungen festgemacht.
Unserer Einschätzung nach ist dies ein Punkt, der bei dem Großteil der KMUs nur bedingt zutrifft. Es ist vielmehr die Vernachlässigung vernetzter strategischer Optionen, welche durch passende Beratung im Mittelstand erhebliche Potenziale eröffnen können.
Welche Erfordernisse muss Unternehmensberatung im Mittelstand berücksichtigen?
Unternehmensberatung im Mittelstand muss unserer Meinung nach dabei auf die besonderen Erfordernisse von KMUs Rücksicht nehmen:
- Eigentum, Leitung und Kontrolle der Organisation liegen in einer oder wenigen Händen
- Unternehmer:innen tragen aktiv Verantwortung für Mensch & Umwelt
- unbürokratische Lösungen werden bevorzugt
- unternehmerische Freiheit ist eine große Motivationsquelle
- Entscheidungen werden langfristig und auf Basis tragfähiger Geschäftsentwicklung getroffen
- praxisnahe & soziale Kompetenzen sowie persönliche Identifikation sind wichtiger als Abschlüsse
- Entscheidungsfindung erfolgt auch auf Grundlage der individuellen Kontexte der Unternehmer:innen
Welche Probleme gibt es in der Unternehmensführung im Mittelstand?
Die rasanten Entwicklungen und Regulierungen des 21. Jahrhunderts machen es KMUs jedoch zugegebenermaßen immer schwieriger, intuitiv auch fachlich fundierte Entscheidungen in vernetzten Umwelten zu treffen und Geschäftsmodelle sowie gelebte Verhaltensweisen aktiv zu hinterfragen.
Die Hauptprobleme sind hier:
- mangelndes Wissen um digitale Möglichkeiten der Geschäftsentwicklung
- mangelnde Zeitbudgets der Unternehmer:innen für strategische Weiterentwicklung
- Überforderung durch Marketing-Buzzwords und zeitfressende irrelevante „Thought-Leader“
- das blinde Vertrauen auf alteingesessene, entwicklungsresistente oder gar arrogante Dienstleister
- Orientierung an unmittelbaren Returns und Entscheidungspraktiken von Großkonzernen
- keine Berücksichtigung von differenzierten, auch kritischen Perspektiven auf das eigene Unternehmen
- Konzentration auf Insellösungen, die den Einzelprozess statt das große Ganze im Blick haben
Sind große Beratungsunternehmen für KMUs geeignet?
Große Beratungsunternehmen sowie der Großteil kleinerer Consultingbüros und Agenturen springen aus unserer Erfahrung nach auf einen technokratischen Zug auf und verstehen strategische Unternehmensberatung entweder als zahlengetriebenen und ressourcenorientierten Ansatz oder als rationalen Baukasten. Mittels diesem müssen digitale Produkte und Angebote nur einmal mit dem richtigen Fachwissen implementiert werden, um Erfolge zu bringen; zu nennen sind hier nicht nur klassische isolierte SEO oder SEA-Leistungen, Software-as-a-Service-Module oder heilsversprechende KI-Tools in der Unternehmensführung, sondern auch klassische Beratungsansätze, die rein auf reproduzierbare Methoden anstatt individueller Zugänge bauen. Agenturen verkaufen so deckungsbeitragsoptimierte Baukastensysteme für persönliche Weiterbildung, optimierte Websites oder Kennzahlensysteme, ohne auf die individuellen Kontexte und strategischen Entwicklungspotenziale der jeweiligen Unternehmen einzugehen. Design wird darin als optische Komponente und Makulatur verstanden, nicht als Verkörperung der unternehmenseigenen DNA.
Was ist der Ausweg?
Sinkender Optimismus in die eigene Zukunft ist nicht zuletzt in Erfurt, Thüringen oder dem gesamten Mittelstand eine Frage danach, ob der eigene Gestaltungsspielraum von Unternehmer:innen als solcher wahrgenommen wird. Also die Frage, wie wirkungsvoll mein eigenes Handeln sein kann. Unternehmensberatung muss in diesem Umfeld die besonderen Erfordernisse mittelständischer Unternehmen gleichsam wie die möglichen Handlungsfelder verstehen und individuell sinnvoll kombinieren können. Es gilt, Wechselwirkungen auf Unternehmens-, Markt- und gesellschaftlicher Ebene zu verstehen und begründete, aber auch kühne, bedeutungsvolle Lösungen zu erarbeiten, nicht allgemeine Rezepte ohne gründliche Diagnose zu verkaufen.
Integratives Marketing-Modell
Unser strategischer Ansatz der Beratung folgt dabei dem integrativen Marketing-Modell. Mittels diesem verstehen wir zuerst auf drei vernetzten Ebenen sachlich-inhaltliche, organisatorische und psycho-soziale Aspekte des individuellen Unternehmens und Umfeldes. Anschließend erarbeiten wir konzeptionell sowie umsetzungsorientiert mit den passenden Beteiligten vor Ort ganzheitliche Lösungen.
Ausgewählte Leistungen und das Modell im Schaubild findest du auf unserer Strategie-Seite.
Foto von Arseny Togulev auf Unsplash